Obwohl der Ruf nach der autogerechten Stadt seit den 1960er Jahren in der Schweiz mehrheitlich lediglich teilweise umgesetzt wurde, leiden unsere Städte heute unter der sehr grossen Belastung durch den Verkehr. Der Stadtraum ist zum Verkehrsraum geworden, der die Lebensqualität massiv einschränkt. Dabei wirken sich die trennende Funktion der Strassen ebenso schädlich aus wie die engen Platzverhältnisse und die Luft- und Lärmemissionen. 

Zur Verbesserung der Lebensqualität müssen insbesondere der motorisierte Individualverkehr (MIV) eingeschränkt und der öffentliche sowie der Langsamverkehr konsequent gefördert werden. Ausserdem sind alternative Angebote für den MIV zu schaffen, die die Umweltbelastung reduzieren

Deshalb setzt die Genossenschaft SolarMobilität für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge primär auf Multiplikatoren: Taxi und Roller.


Ein Hauptaugenmerk gilt vorerst dem Ersatz der fossil betriebenen Taxiflotte. Dafür wird ein Paket geschnürt, das das Umsteigen für die Taxihalter möglichst reizvoll machen soll. Da die damit verbundene Verbesserung der Umweltqualität im Interesse der Stadt und ihrer Bürger und Besucher ist, sollen sich die städtischen Behörden auch entsprechend engagieren.

In der Stadt Luzern sind derzeit an 53 konzessionierte Taxihalter für 84 Taxis (!) Bewilligungen für die Benutzung öffentlicher Standplätze ausgestellt. Darüber hinaus gibt es 127 Fahrzeuge, mit denen Personentransporte ebenfalls im Stadtgebiet angeboten werden, ohne dass dafür aber ein offizieller Standplatz benutzt werden darf [Quelle: Stadt Luzern, Büro Stadtraum 2018]. Deshalb können die von allen Taxis verursachten Emissionen nur grob abgeschätzt werden.

Angesichts der meist mit Dieselfahrzeugen jährlich im Einschichtbetrieb gefahrenen durchschnittlich rd. 50‘000 km eines Standplatz-Taxis kann von einem Substitutionsvolumen von rd. 4‘000 l Diesel und einer entsprechenden CO2-Reduktion von rd. 10,5 t pro Fahrzeug gesprochen werden. Insgesamt ergibt das allein für die offiziell registrierten 84 Taxis (mit Standplatz-Bewilligung) ein Einsparpotenzial von 336‘000 l Diesel, bzw. eine jährliche Reduktion der CO2-Emissionen von mindestens rd. 880 t. In der Annahme, dass die weiteren 127 Taxis wohl ebenfalls eine jährliche Fahrleistung von durchschnittlich rd. 50‘000 km ausweisen, ergäbe dies einen Dieselverbrauch von 508‘000 l. Die somit insgesamt rd. 850‘000 l entsprechen CO2-Emission von rd. 2‘200 t /a.

Diese Substitution  – ebenso wie die weiteren Abgase –  wird durch Elektroautos ermöglicht, die überdies nur ein Drittel soviel Energie benötigen wie herkömmliche Fahrzeuge. Dies allein müsste die städtischen Behörden anregen, Elektrotaxis zu fördern (zB. niedrigere Konzessionsgebühren, gekennzeichnete Stellplätze mit Ladestationen usw.) und einen Zeitplan zur Eliminierung der Verbrennungsmotoren in Taxis zu erlassen. Für eine Stadt mit Energiestadt-Goldlabel sollte dies selbstverständliches Ziel sein.

Ein zweites Hauptaugenmerk richtet sich auf die Motorräder, da Roller insbesondere im innerstädtischen Verkehr eine unübersehbare Stellung einnehmen. Das Substitutionspotenzial der Emissionen der in der Stadt Luzern zugelassenen rd. 6‘000 verbrennungsmotor-betriebenen Rollern gegenüber Elektro-Scootern ist deshalb besonders bedeutend, kann aber aufgrund der Datenlage nur schwer abgeschätzt werden.


Bezogen auf die CO2-Emissionen könnten anstelle von 1 km Autofahrt mit dem E-Scooter 17 km und bezüglich des Energieaufwands (Schweizer Strommix) 6 km zurückgelegt werden. Wird die gesamte Umweltbelastung bewertet, verursacht ein PW 34 Mio Umweltbelastungspunkte (davon 11 Mio UBP in der Produktion) gegenüber 2 Mio UBP (davon 1,1 Mio in der Produktion) des Elektroscooters. Statt 1 km Autofahrt könnten somit 7 km mit dem E-Scooter gefahren werden [Quelle: EMPA, St.Gallen].

Unter dem Gesichtspunkt der Umweltbelastung, die durch verschiedene Fahrzeuge pro Person und Kilometer entsteht, weisen sowohl benzin- wie dieselbetriebene Autos, Motorräder und –Roller eine um mehr als dreimal höhere Belastung als Elektro-Scooter aus. Zudem fallen für diese die deutlich geringsten Aufwendungen für Betrieb und Unterhalt an [Umweltbelastungspunkte; Quelle: BAFU 2018].